






Ich habe nach 13 Jahren Ehe alle 145 Termine aufgeschrieben, die wir seit dem Vorhaben der Eheschließung bis zum Zusammenleben als verheiratetes Paar in Deutschland wahrnehmen mussten. Von Februar 2001 bis November 2003 war unser Alltag nur auf die Organisation und Beschaffung der Unterlagen ausgerichtet, die Romantik ging dabei ganz verloren.

Wir haben uns in Hamburg kennengelernt. Meinem Verlobten war seit ca. acht Jahren Asyl in Deutschland gewährt worden. Als wir heiraten wollten, wurde er aufgefordert, einen gültigen Pass vorzulegen – seiner war jedoch abgelaufen. Auf Grund des Asylrechts hätte er problemlos nach Togo ausreisen, nicht aber wieder nach Deutschland einreisen können. Freunde besorgten ihm einen neuen gültigen Pass aus Togo. Die Echtheit dieses Dokuments wurde vom Standesamt angezweifelt. Daraufhin ließen wir den Pass bei der togolesischen Botschaft in Bonn beglaubigen, aber auch die handschriftliche Validierung des Botschafters reichte dem Standesamt nicht aus. Es wurde sich auf eine Gesetzesänderung in Togo berufen, die vorsieht, dass Pässe ausschließlich persönlich ausgehändigt werden dürfen. Mein Freund sei nachweislich zuletzt im Dezember 1994 in die BRD eingereist und seither nie wieder in Togo gewesen. Wir versuchten daraufhin in einer anderen deutschen Stadt zu heiraten, doch auch hier wurde uns dies aus gleichen Gründen verwehrt. Parallel wurde der Aufenthalt von meinem Freund überraschend nicht mehr verlängert: Nach neun Jahren gewährtem Asyl wurde er dazu aufgefordert, Deutschland innerhalb von nur einer Woche zu verlassen.

Im März 2007 haben wir geheiratet und ein Visum für meinen Mann Baraka beantragt. Bei der Botschaft teilte man uns mit, dass unsere Heiratsurkunde ungültig sei. Daraufhin begaben wir uns wiederum zum Standesamt, um ein zweites Mal zu heiraten. Uns wurde mitgeteilt, dass es Schwierigkeiten gäbe: Baraka sei bereits verheiratet – und zwar mit mir. Ich hingegen sei ledig. Also ließen wir uns scheiden. Unsere zweite Hochzeit fand dann ein Jahr und eine Woche nach der ersten Eheschließung statt. Wir kamen selber ganz durcheinander mit unseren Hochzeitstagen. Als es dann einige Zeit später Probleme mit einer Namensänderung in Deutschland gab, schlug ein Beamter vor, doch einfach erneut zu heiraten.